Dienstag, Mai 30, 2006

 

Depression wird Volkskrankheit

Donnerstag, 11. Mai 2006
Arbeitslose sind anfälliger

Die Zahl der Krankenhauspatienten mit Depressionen hat nach Daten der Gmünder Ersatzkasse (GEK) in den vergangenen vier Jahren um 40 Prozent zugenommen. Insgesamt sei 2004 bei fast zehn Prozent der GEK-versicherten Frauen und knapp vier Prozent der versicherten Männer die Diagnose Depression gestellt worden, berichtete die Kasse am Donnerstag in Berlin. Als Ursachen für den Anstieg sieht die Kasse unter anderem steigende wirtschaftliche Belastungen und zunehmenden Stress bei den Patienten, aber auch einen ungesunden Lebensstil mit Rauchen, falscher Ernährung und Bewegungsmangel. Die GEK versichert bundesweit 1,53 Millionen Menschen.

Die Experten beobachten nach GEK-Angaben einen deutlichen Zusammenhang zwischen der ökonomischen Situation der Versicherten und Depressionen. So hätten etwa Versicherte, die über der Beitragsbemessungsgrenze verdienen, ein um 25 Prozent geringeres Risiko für eine Depressionsdiagnose als Pflichtversicherte.
Und Arbeitslose besäßen im Durchschnitt ein etwa doppelt so hohes Depressionsrisiko wie Erwerbstätige, stellte die Psychiaterin Anke Bramesfeld von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) fest, die ein entsprechendes Fachbuch der GEK mit herausgeben hat.

Eine weitere epidemiologische Besonderheit stelle die geographische Verteilung dar. Die Diagnoseraten in den östlichen Bundesländern liegen zwischen 20 bis 40 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Auch mit zunehmendem Alter steigt den Angaben zufolge die Zahl der Depressionen. Von den 80-jährigen Frauen unter den GEK-Versicherten habe jede fünfte die entsprechende Diagnose erhalten. "Bei dieser Verbreitung muss von einer Volkskrankheit gesprochen werden", kommentierte der MHH-Epidemiologe Friedrich Wilhelm Schwartz, ebenfalls Mitherausgeber des GEK-Fachbuchs.

Psychische Erkrankungen seien der häufigste Grund für die Frühverrentung, betonte der GEK-Vorstandsvorsitzende Dieter Hebel. Das mache die Bekämpfung von Depressionen auch zu einem volkswirtschaftlichen Anliegen. "Es wird deutlich, dass das Versagen von Wirtschaft und Politik, die seit den 70er Jahren nicht annähernd den Zustand der Vollbeschäftigung erreicht haben, erhebliche gesundheitliche Folgen hat", sagte der Kassenchef weiter.

http://n-tv.de/666590.html


Michael Knuth
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