Sonntag, Mai 21, 2006

 

An die Redaktion von Focus-Online

gefunden bei
http://www.flegel-g.de

An die Redaktion von Focus-Online,

zur Kenntnis übrige Presseorgane

Focus will sich offensichtlich an der gerade wieder entbrannten Hetze gegen Arbeitslose beteiligen, wie der in Focus-Online für Focus TV avisierte Beitrag zeigt. Die genannte „seriöse Schätzung“ erfolgt nur von einer Person, dem Linzer Prof. Schneider und ist in Fachkreisen heftig umstritten. Hinzu kommt, dass immer das gleiche, ziemlich perfide Spiel gespielt wird: Zuerst wird über Schwarzarbeit lamentiert, dann kommt der Begriff Schattenwirtschaft. Damit sollen Leser und Zuschauer Schattenwirtschaft mit Schwarzarbeit assoziieren. Offensichtlich hat Focus sich mit der so genannten Schattenwirtschaft noch nicht auseinandergesetzt, sonst müsste Focus wissen, das Schattenwirtschaft nicht gleich Schwarzarbeit ist. Da Focus offensichtlich nicht bereit ist, vor der Ausstrahlung von diffamierenden Sendungen eigene Recherchen zu betreiben, mache ich mir die Mühe, Ihnen mal einen erhellenden Einblick zu verschaffen, befürchte aber, wer so in den dunklen Niederungen wühlt, wird von di eser Einsicht geblendet sein und sie deshalb nicht erkennen.

Nach Prof. Schneider gehören zur Definition der Schattenwirtschaft u. a.:

Aktivitäten
Monetäre Transaktionen
Nicht-monetäre Transaktionen

Illegale Aktivitäten
Handel mit gestohlenen Waren; Drogenhandel und –produktion; Prostitution; Glücksspiel; Schmuggel und Betrug

Tauschhandel: Drogen, gestohlene Waren, Schmuggel, etc. Herstellen oder Anbauen von Drogen für den Eigenbedarf. Diebstahl für den Eigenbedarf


Weiterhin bezieht Prof. Schneider Steuerhinterziehung, aber auch legale Steuerumgehung, nicht deklariertes Einkommen von Selbständigen, do it yourself-Aktivitäten, Nachbarschaftshilfe usw. in die Definition der Schattenwirtschaft ein.

Würde man bei Focus gelegentlich die grauen Zellen einschalten oder zumindest mal den Taschenrechner bemühen, kämen solch unhaltbare Verdächtigungen vielleicht nicht zustande. Wäre Schattenwirtschaft = Schwarzarbeit, würde jeder Arbeitslose (bei 5 Millionen Arbeitslosen) neben dem Arbeitslosengeld 70.000 € jährlich bzw. 5.833 € monatlich einnehmen. Diese 5 Millionen Arbeitslosen müssten aber auch einen Auftraggeber haben und weil sich normale Bürger keine Nebenausgaben von 70.000 € im Jahr leisten können, ist der logische Schluss, dass die Wirtschaft in betrügerischer Absicht Schwarzarbeiter beschäftigt. Seltsamerweise werden die Verdächtigungen des Focus nicht auf diesen Umstand ausgeweitet, denn eine Bezichtigung der Wirtschaftsunternehmen des fortgesetzten Steuerbetruges würde sicherlich so manche Anzeigenwerbung aus dem Focus verschwinden lassen.

Wäre Focus TV seriös, würde man sich vor der Ausstrahlung einer solchen Sendung auch einmal über die Erkenntnisse des Bundesrechnungshofes informieren. Da gibt es die Drucksache 15/1495, mit welcher der Bundesrechnungshof das Parlament über Steuerbetrug, u. a. auch Schwarzarbeit, als Ursache für Steuerverluste in einer Größenordnung von (nach vorsichtiger Schätzung) 2stelligen Milliardenbeträgen informiert, wohlverstanden: Steuereinnahmen, nicht zu versteuernde Beträge. Der Bundesrechnungshof definiert dabei den Steuerbetrug nach den folgenden Kriterien:

- Innergemeinschaftlicher Karussellbetrug
- Kettenbetrug im Baugewerbe
- Globalzession
- Betrug bei Grundstücksgeschäften
- Betrug bei Leasing und Mietkauf
- Umsatzsteuerbetrug in der Insolvenz

Schwarzarbeit wird in diesem Papier auch anders definiert. Zwar gibt es auch illegale Beschäftigung von Arbeitslosen, aber in einer vernachlässigbaren Größe. Nach dem Bundesrechnungshof ist Schwarzarbeit vor allem die Beschäftigung, vornehmlich im Baugewerbe, illegaler Arbeiter aus dem Ausland, ermöglicht durch ein Geflecht von Subunternehmern. Der Bundesrechnungshof zeigt in dieser Unterrichtung nicht nur auf, wie die einzelnen Betrugsvarianten funktionieren, sondern auch, wie man mit relativ einfachen Mitteln diesen Betrugsmanövern ein Ende setzen könnte. Pikant dabei ist, dass der Einsatz illegaler Arbeitnehmer vor allem auf von der öffentlichen Hand beauftragen Bauvorhaben erfolgt.


Da ich den Focus nicht überfordern möchte (soviel Wissen an einem Tag ist sicherlich eine große Belastung), möchte ich nun die Aufklärung beenden. Ich erlaube mir allerdings, einige andere Pressorgane über dieses Schreiben zu informieren, denn es könnte ja sein, dass ein kritisches Presseorgan über derart unseriöse Berichte des Focus einmal berichten möchte.

MfG
Gert Flegelskamp
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Comments:
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