Donnerstag, Mai 25, 2006

 

Es brodelt im braunen Sumpf


Neonazis marschieren am 3. Juni durch die Stadt.
Die Szene in Düsseldorf ist zwar klein, aber aktiv. Einer der führenden Rechten in NRW kommt aus Flingern.

Düsseldorf. Der brutale Mord an einem afrikanischen Au Pair-Mädchen und einem Kleinkind hat ganz Belgien gestern geschockt. Ein rechtsradikaler Skinhead hat die Tat begangen. In unserem Nachbarland ist eine Diskussion über die Umtriebe von Neonazis entstanden.

Auch in Düsseldorf, die Stadt, die so viel auf ihre Weltoffenheit und Toleranz hält, gibt es seit Jahren eine aktive rechte Szene. In den letzten Monaten ist sogar eine verstärkte Aktivität der Neonazis festzustellen. Besorgt hat Ratsfrau Clara Deilmann von den Grünen deshalb einen Antrag im Stadtrat gestellt. Sie will wissen, was die Stadt tut, um Jugendliche vor dem Abrutschen in die Faschistenszene zu bewahren.

Die Antwort ist ernüchternd: Nichts. Es gibt keine Projekte, die sich explizit mit diesem Problem beschäftigen. Die CDU-Fraktion verweist bei solchen Anfragen fast immer reflexartig auf die linke Szene.

Der Unterschied zwischen diesen beiden politischen Extremen ist vermutlich gerade erst in Potsdam wieder deutlich geworden. Der Überfall auf einen Deutschen äthiopischer Abstammung zeigt, wie gefährlich das enorme Gewaltpotenzial der Neonazis ist.

In Düsseldorf gibt es zwei harte Kerne der Rechten. Zum einen die "Alten" in Eller, Lierenfeld und Reisholz. Sie sind schon zu Zeiten der inzwischen verbotenen Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP) Anfang der 90er-Jahre aktiv gewesen. Der ehemalige FAPler Udo Birr (41) gründete nach dem Parteiverbot 1995 die Freie Kameradschaft Düsseldorf.

Zusammen mit Sven Skoda, damals gerade 19, betrieb er das bundesweit bekannte "Nationale Infotelefon Rheinland", über dessen Band Nazi-Propaganda vertrieben oder Aktionen angekündigt wurden.

Um Birr ist es mittlerweile ruhig geworden, Sven Skoda aus Flingern dagegen gehört zu den Führungskadern der Neonaziszene im Ruhrgebiet und in den Niederlanden, wo er studiert hat. Im Düsseldorfer Norden ist vor einiger Zeit eine neue Neonazi-Formation entstanden. Skinheads haben sich dort zur "Nationalen Front L-D-U" (Lichtenbroich, Düsseltal, Unterrath) zusammengetan.

Die ungefähr 15-köpfige Truppe macht zurzeit eher durch unfreiwillige sprachliche Komik auf sich aufmerksam. "Kriminalisierte Multikultur Nicht mit uns" lautete zum Beispiel einmal ein Demomotto. Auf ihrer Internetseite fanden sich Beispiele schlechtesten Pisa-Deutschs: "Wir sind eine freie Kameradschaft aus Düsseldorf und gehören keiner Partei an, jedoch neigen wir nicht davon ab, was manche Partein von sich geben. Was aber wiederum nicht heißt das wir die Partein in unserem Land für gut halten, stoßen Sie eher ab".

Die Polizei beobachtet diese eher spinnerte Truppe um ein Lichtenbroicher Brüderpaar trotzdem.
Sven Skoda hat unterdessen eine Demonstration von Neonazis am 3. Juni angemeldet.
Unter dem perfiden Titel "Bombenstimmung in Düsseldorf" wollen die Neonazis die WM nutzen, um Propaganda zu betreiben.
Die Rechten treffen sich um elf Uhr vor dem Hauptbahnhof und wollen von dort durch die Stadt marschieren. Mindestens zwei Gegendemonstrationen sind bereits angemeldet. Ein antifaschistisches Bündnis trifft sich am Oberbilker Markt, die beiden Kirchen rufen zu einer Kundgebung vor der Johanneskirche am Martin-Luther-Platz auf. Darüber hinaus findet die Jazz-Rally ebenso statt, wie der Christopher Street Day der Homosexuellen.

13.05.06
Von Marc Herriger

wz-newsline
(
http://www.wz-newsline.de/sro.php?redid=115887/)
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Michael Knuth
WEB: http://wa.michael-knuth.de


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