Donnerstag, Mai 25, 2006

 

Polizei beendet Kindesentführung

Stand: 20.05.2006 08:46 Uhr
URL:
http://www.rbb-online.de/_/nachrichten/vermischtes/beitrag_jsp/key=news4250546.html
Kriminalität
Polizei beendet Kindesentführung
Beamte der bayerischen Polizei haben am Freitagabend auf der Autobahn 8 bei München einen 41-jährigen Mann überwältigt, der sein 4 Jahre altes Kind am Mittag wegen eines Sorgerechtsstreits in Berlin entführt hatte.

Laut Polizei hatte der 41 Jahre alte Berliner gedroht, den Jungen zu töten, falls das Gericht der in Pankow getrennt lebenden 31-jährigen Ehefrau das Sorgerecht zuspricht. Nach Verkündung des von dem Vater befürchteten Richterspruchs am Freitagvormittag holte er seinen Sohn aus einer Spandauer Kindertagesstätte ab und tauchte mit ihm unter.

Bei ihren Ermittlungen stieß die Berliner Polizei auf eine Spur nach Bayern. Die dortige Polizei konnten den Mann abends auf der Autobahn überwältigen. Das Kind ist wohlauf.

© Thursday, 25-May-2006 09:03:38 CEST rbb-online.de


Michael Knuth
WEB: http://wa.michael-knuth.de


Comments:
...Und noch eine Horrormeldung aus Bayern. Die Überschrift hätte nech Lesen des Artikels anders lauten müssen:

"Kriminalität - Sorgeberechtigter Vater wird auf der A8 bei Spazierfahrt mit Diesem von der Polizei widerrechtlich überrumpelt!!!"

Trotzdem ist dem RBB für diese herrlich diskreminierende Meldung ausgerechnet zum Vatertag zu danken.

Hintergrund: Beim Lesen des Artikels ist aufgefallen, dass der Vater mit der Mutter verheiratet war, eine gerichtliche Entscheidung zum Sorgerecht ist laut der Meldung noch nicht erfolgt, demnach hat der Vater, welcher hier zum Verbrecher gestempelt wird, genau das gleiche Sorgerecht wie die Mutter. Laut Art. 6 Grundgesetz wird dieses Recht sogar als Pflicht dargestellt, der Staat hat also den Vater bei seiner Pflichterfüllung dem Kinde gegenüber zu unterstützen - und nicht - wie hier geschehen, ihn daran zu hindern.

Was soll das Kind nun von seinem Vater denken, was ist wirklich an der Drohung des Vaters, sein Kind zu töten, dran, aus eigenen Erfahrungen im Familienrecht wage ich mit Fug und Recht zu behaupten, dass diese Aussage der Polizei nur eine Schutzbehauptung ist, um ihr unrechtmäßiges Handeln der Öffentlichkeit schmackhaft zu machen.

Deutschland mutiert zum Spionage -und Spitzelstaat, das Alles hatten wir schon zweimal...
 
Hallo,

wer lesen kann ist klar im Vorteil:

"... Nach Verkündung des von dem Vater befürchteten Richterspruchs am Freitagvormittag ..."

Das Urteil war also gefällt und der Vater hatte das Sorgerecht nicht mehr. Rein rechtlich gesehen war es also wohl tatsächlich eine Entführung und nach seiner denkbar unklugen vorherigen Drohung / Ankündigung somit Gefahr im Verzug.

Handlung der Polizei und Pressemeldung somit sachlich korrekt, sofern die tatsächlichen Umstände und die Meldung nicht anderweitig wesentlich voneinander abweichen. Z.B. Drohung von der Mutter gefaked etc.

Seas, Torsten
 
@thomas,

sicher ist klar, dass es ein Vorteil ist, lesen zu können, von noch größerem Vorteil ist es allerdings, das deutsche Rechtssystem zu verstehen, der Richter konnte doch an jenem Freitag vormittag erzählen, was er wollte, dass Urteil würde definitiv erst nach einem Monat rechtskräftig, sofern der Vater nicht in die Berufung oder Revision geht.

Das mit der Morddrohung hingegen finde ich auch nicht gerade prickelnd.
 
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