Samstag, Juni 24, 2006

 

Neue Kontroverse zur Krauzigungsdebatte

Ein weiterer Onlineanbieter hat sich zur Kreuzigung vor dem Bundesjustizministerium am 17.06.06 als Nebenveranstaltung einer Demo des VafK gemeldet. Hier wird um rege Kommentierung gebeten:

http://www.meinberlin.de/nachrichten_und_aktuelles/31695.html

Comments:
Horst Schmeil, Dipl.-Päd. ,Werderstr.20A, 13587 Berlin

Frau Berlin, den 24.06.2006
Bundesministerin der Justiz
Brigitte Zypries
- persönlich –
Mohrenstr. 37
10117 Berlin


Ihre Äußerungen bezüglich der Performance von Mathieu Carriere am 17.06.2006


Sehr geehrte Frau Bundesministerin Zypries,

sehr verwundert bin ich über Ihre Einschätzung der Performance des Schauspielers und zweifachen Vaters Mathieu Carriere, insbesondere, dass Sie seine Darstellung als geschmacklos und als Effekthascherei abkanzeln.

Immer wieder haben wir als Vätergruppen versucht, auch in Ihrem Ministerium unsere Sicht als Väter dahingehend darzustellen, dass wir ebenso verantwortungsvoll unsere Kinder pflegen und erziehen können wie die Mütter, was uns als Väter ebenso wie den Müttern als Pflichtrecht seit 57 Jahren im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland garantiert wird.

Sie und Ihre Partei haben im Einklang mit anderen Parteien und der Kirche jedoch seit mehr als 30 Jahren eine Politik betrieben, die den Kindern die Väter nimmt, wogegen sich die Väter seit nahezu 20 Jahren zu wehren versuchen und dennoch nicht als gleichwertige Erziehungspartner der Mütter für die Kinder akzeptiert werden, sondern lediglich als Zahlesel, die bestenfalls – falls es die Mütter zulassen – ihre Kinder wie Zootiere ein- bis zweimal im Monat besichtigen dürfen, trotz der Kindschaftsrechtsreform von 1998, in der das sog. „Kindeswohl“ im Mittelpunkt stehen soll, wobei dieser Begriff die Wahrnehmung der gemeinsamen Verantwortung der Eltern für die Kinder als einzige Legaldefinition benennt. Auch das neue FamFG wird daran nichts ändern, solange die Politik, insbesondere die Familienpolitik, Väter weiterhin als Eltern vierter Klasse – davor kommen Mütter, die Pflegeeltern und Kinderheime, sowie die Jugendstrafanstalten und Kinder- und Jugendpsychiatrien – behandelt werden.

Väter, die nicht mit den Müttern verheiratet sind, dürfen lediglich Väter sein, wenn die Mütter dieses zulassen und allenfalls solange sie die Bedürfnisse der Mütter befriedigen. Danach werden sie als Sondermüll behandelt, sowohl von den Müttern wie den Scheidungsbegleitern. Ihr Ministerium hat dafür gesorgt, dass dieses so geschehen darf und soll.

Es stellt sich immer wieder in meinen Beratungen – und das sind inzwischen mehr als eintausend Fälle, die ich bearbeitet habe, also keine kleine Zahl, sondern es sind in der Regel die schwierigsten Fälle aus der gesamten Bundesrepublik Deutschland – heraus, dass gerade die Mütter, die die Kinder entziehen und gegen die kein Gericht und kein Jugendamt vorgeht, die Mütter sind, die an erheblichen Persönlichkeitsstörungen leiden und die nicht nur die Kinder mit dem Übertragen ihrer inneren Konflikte in die Praxen der Therapeuten treiben, sondern zusätzlich die verantwortungsvoll handelnden Väter durch fiktive Einkommen i.V.m. sich daraus ableitenden Unterhaltszahlungen und massiven Gerichts- und Anwalts- wie Gutachterkosten in den Ruin, nicht selten in den Tod, wodurch durch die Folgen in der nächsten Generation genügend einträgliche Honorare für Rechtsanwälte, Ärzte und Therapeuten garantieren, wenn heute Kinder ihre geliebten Väter verlieren und gezwungen werden, sie zu verachten.

Sehen Sie nicht eher dahingehend eine „Geschmacklosigkeit“?

Sehen Sie es nicht eher als eine Geschmacklosigkeit an, wenn Sie in Ihrer Festrede auf dem Familiengerichtstag 2001 behaupten, 99 %, Sie verbesserten sich auf 99,9 % der Männer die häusliche Gewalt gegen Frauen ausüben, obwohl Sie andere Informationen haben und jährlich etwa 100 Kinder durch Mütter zu Tode gequält werden? Ihre Prozentzahlen haben sich nicht einmal die Regierenden der DDR als Wahlergebnis zu benennen getraut.

Halten Sie es nicht eher für geschmacklos, wenn die Väter nicht einmal erfahren dürfen, ob sie tatsächlich die Väter von Kindern sind, die die Frauen, mit denen sie zusammen leben, geboren haben, wie Sie in dem neuen Gesetz zu zementieren versuchen?

I am not amused. Nein – über diese Familienpolitik, die seit Jahrzehnten die Familien in Deutschland zerstört, bin ich zutiefst verletzt und nicht nur ich. Wenn Sie sich dermaßen über die Darstellung des Leidens eines Vaters aufregen, tun Sie es bitte auch über Ihre Mitarbeiter/innen, die die Vorlagen für diese Gesetzeslage erarbeiten und Väter mit dümmlichen Briefen aus Textbausteinen beleidigen!

Vor Jahren, nach dem Hungerstreik in Berlin vor dem Familiengericht Tempelhof-Kreuzberg, hat der Journalist Matthias Matussek zu dieser Thematik geschrieben: „Es reicht!“

Sehr geehrte Frau Bundesministerin, Ihre Politik reicht uns Vätern und unseren Kindern wirklich. Sie machen mit dieser Privilegierung von Müttern, die keinesfalls irgendwie einen Ausgleich zu anderen Fragen der Gleichstellung herstellen kann, nicht nur individuell die Kinder und ihre Väter zu seelischen und körperlichen Krüppeln, sondern, wie man überall zu lesen bekommt, auch die Zukunft der Bevölkerung des deutschen Staates zunichte. Denn die Familienzerstörungspolitik Ihrer Partei und die der anderen etablierten Parteien hat das Desaster der geringen Geburtenzahlen weitgehend mitverursacht. Oder glauben Sie, dass Väter nicht sehen, dass sie bei der Zeugung eines Kindes mit einem Bein im Gefängnis stehen, mit dem anderen vor dem Konkursverwalter? Wie lange glauben Sie, können Sie diese Politik tatsächlich vor dem deutschen Volk, für dessen Wohl sie sich einzusetzen einen Eid schworen und das bereits zum zweiten Mal, vertreten?

Diese Politik ist nicht nur „geschmacklos“ – sie ist ein Verbrechen an den Kindern, Vätern, Müttern und der deutschen Bevölkerung. Ich wundere mich nur, dass Sie dabei noch ruhig schlafen können. Das liegt vermutlich daran, dass Ihr Gewissen nicht mehr funktioniert.

Ich bitte um eine ministerielle Antwort.

Hochachtungsvoll

Horst Schmeil
 
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